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Erfinderisches Afrika: Innovative Handydienste im Fokus

Derzeit ist wohl nirgends auf der Welt das Wachstum und der Einfluss der Mobilfunkbranche größer als in Subsahara-Afrika. 6 Prozent trägt diese bereits zum Bruttoinlandsprodukt der Region bei. Innovative mobile Dienste sind stark im Kommen und setzen da an, wo es an Infrastruktur mangelt. Das Handy wird für viele Afrikaner zum Bankkonto, zur Fahrkarte, zur Jobbörse oder zur Krankenschwester. blog:subsahara-afrika stellt einige der findigen Alltagshelfer vor, die vor allem in Kenia und Südafrika weit verbreitet sind.

  • mpepeaDer kenianische Onlinedienst M-Pepea vergibt Sofortkredite von bis zu 20.000 Kenia-Schilling (umgerechnet etwa 167 Euro; Stand März 2014) via Mobilfunk. Auf SMS-Anfrage wird die erforderliche Geldmenge per Handygeldbörse sofort dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Der Dienst richtet sich an Mitarbeiter von Unternehmen, die dem Bezahlsystem M-Pesa* angeschlossen sind. Das Darlehen inklusive Zinsen zwischen 10 und 15 Prozent zieht M-Pepea mit dem nächsten Gehalt des Schuldners ein. *Der mobile Bezahldienst M-Pesa wurde 2007 vom kenianischen Mobilfunkanbieter Safaricom gegründet und hat 17 Millionen Nutzer (Stand März 2013). Laut Firmenangaben fließen 43 Prozent der kenianischen Wirtschaftsleistung durch M-Pesa.
  • booknowBookNow ist eine Onlinebuchungsplattform für Bustickets in Kenia und Uganda. Sie ermöglicht dem Nutzer die Reservierung von Sitzplätzen sowie den Kauf und die Bezahlung von Busfahrkarten z.B. per Smartphone. Das Ticket wird dem Fahrgast nach Onlinezahlung per SMS auf das Handy geschickt, der Ausdruck einer Papierfahrkarte entfällt.
  • icowDie kenianische Service iCow schickt Kleinbauern Tipps für die Tierhaltung gegen Gebühr per SMS auf das Handy. Diese Gesundheits- und Ernährungsratschläge sollen helfen, Kühe und Hühner richtig zu halten und so ihren Ertrag zu maximieren. Eine Kalenderfunktion bietet den Bauern die Möglichkeit, den Zustand jedes einzelnen Tieres nachzuvollziehen.
  • mfarmDer kenianische Service MFarm liefert Landwirten auf Anforderung die aktuellen Marktpreise für ihre Ernteerträge per SMS auf das Handy. Daneben bietet der Service ihrem Nutzer die Möglichkeit, Betriebsmittel zu günstigen Preisen direkt beim Hersteller zu beziehen, Abnehmer für Produkte zu finden und Informationen über aktuelle Trends im Agribusiness zu erhalten.
  • mowozaMoWoza ist eine Internet gestützte Handelsplattform aus Südafrika, die sich an Wanderarbeiter richtet, die zum Arbeiten in Großstädte pendeln. Sie ermöglicht es ihnen, Produkte des täglichen Bedarfs sicher, schnell und preiswert zu kaufen und ihren auf dem Land lebenden Familien über den örtlichen Händler zukommen zu lassen.
  • zapacabDer mobile Taxibuchungsdienst Zapacab aus Südafrika bietet Fahrgästen die Möglichkeit, über Eingabe ihrer Handynummer und Ortung dieser ein Taxi in unmittelbarer Umgebung zu rufen. Der die Anfrage erhaltende Taxifahrer gibt nach Bestätigung des Auftrages dem Fahrgast seine Handynummer und seinen Standort an, der damit den Aufenthaltsort des georderten Taxis nachverfolgen kann.
  • workforceDas südafrikanische Workforce ist ein mobiles Personalplanungssystem für Baustellen, das Arbeitgeber und Arbeiter zusammenbringt. Dabei stellen die Baustellenverantwortlichen ihren Bedarf an Arbeitern, das Einsatzdatum, den Verdienst sowie den Arbeitsort ein. Arbeiter können auf das Angebot per SMS reagieren und ihre Verfügbarkeit an die Arbeitgeber übermitteln.
  • bribedBribed ist eine südafrikanische Android-App, die dem Nutzer die durchschnittliche Höhe der Bestechungsgelder an seinem Aufenthaltsort oder auf seiner Route anzeigt und so verhindert, dass der Nutzer sich gegenüber Polizisten oder Grenzbeamten „freundlicher“ erweist, als er es eigentlich müsste. Die App will nach eigenen Angaben Transparenz schaffen und Korruption abbauen.
  • pambazukomPambazuko Mashinani, eine Gemeindeorganisation aus dem Slum Korogocho im kenianischen Nairobi, ist Gründerin eines telemedizinischen Dienstes für schwangere Frauen und Tuberkulose-Patienten. Da für diese eine Reise ins nächste Krankenhaus oft zu teuer oder zu gefährlich ist, können sie über diesen Dienst per SMS Kontakt mit den Klinken halten und Tipps, Terminerinnerungen oder Medikamente bekommen. Die im Dienst integrierte Datenbank informiert das Gesundheitspersonal über Risikopatienten und Geburtstermine. Daneben enthält sie auch Informationen über Tuberkulose-Ärzte, Schwangerschafts- und Kinderkrankheiten sowie Lage- und Kontaktdaten nah gelegener Krankenhäuser.

(Bildnachweise: Handsets 25 – www.kiwanja.net, www.mpepea.co.ke, www.booknow.co.ke, www.icow.co.ke, www.mfarm.co.ke, www.mowoza.com, www.zapacab.com, www.getworkforceapp.com, www.bribed.co, www.pambazukomashinani.org)

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