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Neuer „African Economic Outlook“ erschienen

Der African Economic Outlook (AEO) 2014 präsentiert den gegenwärtigen Stand der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Afrikas und vermittelt einen Ausblick auf die nächsten zwei Jahre. Zum ersten Mal liefert der AEO umfassende und vergleichbare Daten sowie Untersuchungen für alle 54 Länder Afrikas.

Herausgeber des seit 2002 jährlich erscheinenden AEOs sind die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Für diesen Report nimmt ein Expertenteam aus Wirtschaftswissenschaftlern, Volkswirten und Statistikern die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Situation des Kontinents unter die Lupe. Dabei stützen sie sich auf Daten von Statistikbehörden, Ministerien, Investoren und Entwicklungshilfeorganisationen sowie Informationen der Zivilbevölkerung und der Medien.

Laut des AEO 2014 kann Afrika seine Wirtschaftsentwicklung entscheidend voranbringen, wenn es effektiver an der globalen Produktion von Gütern und Dienstleistungen mitwirkt. Voraussetzung ist, dass Märkte geöffnet, regionale Wertschöpfung und Unternehmer gefördert sowie Energieversorgung, Infrastruktur und Bildung verbessert werden.

Nach dem Bericht hat Afrika schwere interne und externe Krisen überstanden und sich 2013 mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 4 % im weltweiten Vergleich wirtschaftlich behauptet. Zum Vergleich: Die Weltwirtschaft wuchs 2013 nur 3 %. Subsahara-Afrika konnte 2013 ein Wachstum von 5 % erreichen, welches Schätzungen zufolge in 2014 auf 5,8 % steigen soll. Nimmt man Südafrika aus der Berechnung für die Region heraus, beträgt das Wachstum für 2013 und 2014 sogar 6,1 % bzw. 6,8 %. Afrikas Exporte wuchsen 2012 mit 6,1 % zwar weltweit am schnellsten, jedoch waren sie nach wie vor rohstoffdominiert. So trug Afrika 2012 nur zu 3,5 % zum gesamten Welthandel bei. Prognosen zufolge könnte die Gesamtwirtschaft Afrikas 2015 zwischen 5 % und 6 % wachsen – so stark wie seit der Wirtschaftskrise 2009 nicht mehr.

Das Wachstum des Kontinents ist laut des aktuellen Ausblicks breiter aufgestellt und durch eine hohe Inlandsnachfrage, Investitionen in die Infrastruktur und den verstärkten innerafrikanischen Handel mit Industriegütern getrieben. Zu den wichtigsten Wachstums- und Wirtschaftstreibern sind laut Report externe Kapitalzuflüsse sowie Steuereinnahmen zu rechnen. Diese haben sich seit 2000 vervierfacht und sollen 2014 bis zu 200 Mrd. US-Dollar betragen. Ausländische Direkt- und Portfolioinvestitionen fließen dabei primär in ressourcenreiche Länder, internationale Entwicklungshilfe größtenteils in einkommensschwache Länder.

Dieses Tool beinhaltet die Wirtschaftsdaten aller afrikanischer Länder und bietet die Möglichkeit zum Vergleich der Länder untereinander:
Die Beteiligung an regionaler und globaler Wertschöpfung durch Einbringung spezifischer Leistungen in den Produktionsprozess eröffnet dem Kontinent laut Report Chancen für eine wirtschaftliche Diversifizierung. Jedes Glied der Wertschöpfungskette bietet dabei Gelegenheit für eine Betätigung regionaler Unternehmen, zur Schaffung von Arbeitsplätzen sowie zum Technologietransfer und damit zur Generierung von Unternehmensgewinnen und Steuereinnahmen. Eine solche Beteiligung führt schließlich zur fortschreitenden Industrialisierung des Kontinents. Dafür darf sich Afrika allerdings nicht auf Erzeugnisse mit geringer Wertschöpfung beschränken.

Die Beteiligung Afrikas an globaler Wertschöpfung war 2011 mit 2,2 % im weltweiten Vergleich sehr gering. Das mäßige Interesse internationaler Unternehmen an einer Zusammenarbeit mit Afrika liegt laut Report am Unvermögen afrikanischer Unternehmen, internationalen Qualitätsstandards gerecht zu werden, an hohen Transport- und Energiekosten sowie an schlecht ausgebildeten Arbeitskräften. Der Kontinent bietet dafür Ressourcenreichtum, niedrige Lohnkosten sowie wachsende Konsummärkte. Um diese Vorteile durch verstärkte Beteiligung an regionaler und globaler Wertschöpfung nutzen zu können, ist die Politik gefordert, Handelsbarrieren und Local-Content Vorschriften gegen die Interessen der Investoren abzuwägen sowie Steuergelder in die Ausbildung von Fachkräften und Infrastrukturmaßnahmen zu investieren.

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