Drucken

Verhaltene Aussichten für Geschäfte in Subsahara-Afrika

Laut der ,,Going International„-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gewinnen die Wirtschaften in Subsahara-Afrika für deutsche Unternehmen langsam an Bedeutung. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnen die Unternehmen allerdings mit einer leichten Verschlechterung ihrer Geschäfte in der Region.

Die Ergebnisse der Befragung richten sich als Leitfaden in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen, die sich mit der Erschließung neuer Märkte und den strategischen Fragestellungen eines Auslandsengagements beschäftigen. An der Online-Umfrage, die der DIHK seit 2005 mit Unterstützung der IHKs jährlich durchführt, haben sich im Herbst 2014 insgesamt 2.000 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt.

Nur 16 Prozent der Befragten rechnen mit guten Geschäften in Subsahara-Afrika
Laut der Umfrage gewinnt Subsahara-Afrika für deutsche Firmen langsam an Bedeutung. Rund sieben Prozent der deutschen Unternehmen sind demnach in der Region südlich der Sahara tätig. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnen die Befragten allerdings mit einer leichten Verschlechterung ihrer Geschäfte – der Saldo bei den Geschäftsaussichten für die Region liegt bei minus zwei Punkten im Vergleich zu plus neun Punkten im Vorjahr. So sehen 65 Prozent der befragten Unternehmen nur befriedigende, 19 Prozent schlechte und lediglich 16 Prozent gute Perspektiven in Subsahara-Afrika für das kommende Jahr.

going_international_perspektiven_ssa

Negativ wirkt sich laut Bericht vor allem die Ebola-Krise aus, die häufig als Bedrohung für den gesamten Kontinent wahrgenommen wird. Auch die ins Stocken gerate wirtschaftliche Entwicklung Südafrikas, die sich unter anderem am Einbruch der lokalen Währung zeigt, hat einen schlechten Einfluss auf die Einschätzung der Geschäftsaussichten für die gesamte Region. Denn, Südafrika fungiert nach wie vor als Wirtschaftsmotor für den gesamten Kontinent.

Nigeria und Kenia – wirtschaftliche ,,Lichtblicke“ Subsahara-Afrikas
Nigeria und Kenia untermauern laut Bericht als ,,Lichtblicke“ den allgemeinen Wachstumstrend der afrikanischen Volkswirtschaften. So war Nigeria mit einem jährlichen Wachstum von etwa sieben Prozent in den letzten Jahren und einem Bruttoinlandsprodukt von 371 Milliarden EUR in 2014 erstmals die größte Volkswirtschaft in Afrika und rangierte im weltweiten Vergleich auf Rang 26. Das mit etwa 170 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichste Land des Kontinents verzeichnet eine wachsende Mittelschicht und zählt zu den sogenannten „low middle income countries“. Seit 2009 ist das Pro-Kopf-Einkommen in Nigeria um 60 Prozent auf 1.700 US-Dollar gestiegen. Auch Kenias Wirtschaft ist in der Vergangenheit kontinuierlich gewachsen – um etwa fünf Prozent jährlich. Große Infrastrukturprojekte schaffen Voraussetzungen für ein noch größeres wirtschaftliches Wachstum und die fortschreitende Industrialisierung im Land. Das ostafrikanische Land hat sich zu einem Hub in seiner Region entwickelt. Zudem schreitet die regionale Integration der East African Community relativ gut voran.

Weiterführende Informationen

(Bildnachweis: © Berchtesgaden und 1xpert – Fotolia.com)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Hinweis:
Bitte beachten Sie unsere Blogregeln. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihres Kommentars. Je nach Inhalt behalten wir uns vor, von einer Veröffentlichung abzusehen. Mit dem Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der Veröffentlichung auf dieser Website zu. Auf Wunsch des Absenders können Kommentare auch wieder gelöscht werden. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an den Administrator.