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Global Digital Report: Afrika mit höchsten Nutzerzuwachsraten weltweit

We Are Social und Hootsuite sind Herausgeber des Global Digital Report 2018. Demnach nutzen mehr als 4 Milliarden Menschen weltweit das Internet. Afrika hat mit jährlich mehr als 20 Prozent Zuwachs bei den Internetnutzern die höchsten Wachstumsraten weltweit. Wie sich die Verbreitung und Nutzung des Internets auf dem Kontinent entwickelt, sehen Sie hier.

Weltweit gab es 2018 mehr als fünf Milliarden Nutzer von mobilen Geräten. Mehr als vier Milliarden nutzen das Internet, das sind 53 Prozent der Weltbevölkerung und damit sieben Prozent mehr als in 2017. Etwa 3,2 Mrd. Menschen tummeln sich weltweit in den sozialen Medien.

In Afrika hingehen nutzen bislang 435 Millionen bzw. nur 34 Prozent der etwa 1,3 Milliarden Menschen das Internet. Lediglich 15 Prozent (etwa 190 Mio.) nutzen soziale Medien. Dabei haben mehr als eine Milliarde Afrikaner eine oder mehrere Mobilfunkverbindungen (82 % der Bevölkerung).

Überdurchschnittliches Wachstum

Die Zahlen des Global Digital Report belegen, dass in weiten Teilen Afrikas die Durchdringungsraten des Internets noch gering sind. Neun der zehn Länder mit der niedrigsten Internetverbreitungsrate weltweit liegen in Subsahara-Afrika. Im Regionen-Vergleich liegt das südliches Afrika mit 51 Prozent (34 Mio. Nutzer) vorne. Es folgt Westafrika mit 39 Prozent (147 Mio. Nutzer), Ostafrika mit 27 Prozent (118 Mio. Nutzer) und Zentralafrika mit 12 Prozent (20 Mio. Nutzer). Zum Vergleich: In Westeuropa sind bei einer 90 prozentigen Durchdringung 175 Mio. Nutzer online.

Gleichzeitig weist der Kontinent aber auch das aktuell größte Wachstum auf. Die Zahl der Internetnutzer ist von 2017 auf 2018 um 20 Prozent bzw. 73 Mio. Menschen gewachsen. Auch die Zahl der Social Media Nutzer über mobile Geräte ist um mehr als 23 Mio. (+15 %) gestiegen.

Betrachtet man einzelne Länder, wird die Entwicklung noch deutlicher: Mali steigerte seine Nutzerschaft um fast das sechsfache (+ 460 %). In Benin (+ 204 %), Sierra Leone (+ 144 %), Niger (+ 102 %) und Mosambik (+ 101 %) hat sich die Zahl der Internetnutzer im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Im Tschad (+ 90 %) und in Burkina Faso (+ 72 %) sind die Nutzerahlen auch überdurchschnittlich gestiegen. Denn, im weltweiten Durchschnitt wuchs die Internetnutzerschaft leidlich um 7 Prozent.

Afrikanische Nutzer lange online und fast ausschließlich mobil

Setzt man im regionalen Vergleich die Anzahl mobiler Datenverbindungen in Relation zur Population, sind im südlichen Afrika 147 Prozent der Bevölkerung abgedeckt, 83 Prozent mit Breitbandverbindungen. Im westlichen Afrika verfügen 89 Prozent über eine mobile Datenverbindung (33 % Breitband), in Ostafrika 61 Prozent (22 % Breitband) und in Zentralafrika 58 Prozent (12 % Breitband).

Ein Blick auf den Datenverbrauch zeigt, dass 2018 im Vergleich zum Vorjahr 54 Prozent mehr Daten verbraucht wurden und im Durchschnitt zwei Gigabyte Daten auf einen afrikanischen Nutzer angefallen sind. Für den gesamten Kontinent ergibt dies einen Datenverbrauch von 2,04 Mrd. Gigabyte (Westeuropa: 1,39 Mrd. GB).

Bei der Nutzung des Internets über Mobiltelefone liegt Subsahara-Afrika über dem weltweiten Durchschnitt von 52 Prozent (Deutschland 37 %). An der Spitze des Rankings sind Kenia mit 83 Prozent mobiler Internetnutzung und Nigeria mit 81 Prozent. Ghana liegt mit 75 Prozent auf Rang 5, Südafrika mit 69 Prozent auf dem 7. Platz.

Die Afrikaner, die bereits mobil online sind, verbringen mehr Zeit im Netz als beispielsweise Deutsche (1:31 Std.) oder Amerikaner (2:14 Std.). Nigerianer verbringen mehr als vier Stunden täglich online, davon mehr als drei Stunden in sozialen Medien. Kenianer kommen auf 3:50 Std. Netzzeit (2:54 Std. in Social Media). In Ghana sind es 3:46 Std. (2:56 Std. in Social Media) und in Südafrika 3:17 Std. (2:48 Std. in Social Media).

Ein Grund für die starke Nutzung von sozialen Medien könnte das junge Durchschnittsalter der afrikanischen Internetnutzer sein. In Südafrika ist er im Schnitt 27 Jahre alt, in Ghana 21, in Kenia 20 und in Nigeria 18 Jahre alt. Das weltweite Durchschnittsalter liegt bei etwa 31 Jahren, der deutsche Internetnutzer ist im Schnitt 47 Jahre alt.

Trotz der langen Onlinezeiten sind aktuell auch bei der Social Media Nutzung unter den zehn am wenigsten frequentierten Märkten acht afrikanische, darunter Burundi, Kongo, Malawi, Niger, die zentralafrikanische Republik, Tschad, Südsudan und Eritrea. Allerdings wachsen auch hier die Nutzerzahlen teils überdurchschnittlich wie beispielsweise in Ghana (+ 22 %), in Südafrika (+ 20 %) oder in Kenia (+15 %).

Die beliebteste Messenger-App in Afrika ist mit großen Abstand Whatsapp, vereinzelt wird auch der Messenger von Facebook oder der eher unbekannte Telegram-Messenger benutzt.

Pre-Paid dominiert

Bezahlt wird die Internetverbindung meistens im Voraus über Pre-Paid-Modelle. In Staaten wie Burkina Faso, Burundi, Elfenbeinküste, Mali oder dem Senegal zu mehr als 99 Prozent. Auch in Ghana (97 %), Nigeria (96 %), Kenia (95 %) und Südafrika (85 %) dominiert diese Bezahlmethode während in Deutschland nur 43 Prozent im Voraus bezahlen (weltweit etwa 76 %).

E-Commerce spielt noch keine große Rolle

Beim E-Commerce spielen afrikanische Staaten im internationalen Vergleich noch keine Rolle. Lediglich Südafrika findet im Global Digital Report in der Kategorie E-Commerce Beachtung. Hier haben 29 Prozent der Bevölkerung Onlinekäufe im Wert von durchschnittlich 146 US-Dollar pro Kopf getätigt. Zum Vergleich: In Deutschland haben 74 Prozent der Nutzer durchschnittlich 1.251 US-Dollar umgesetzt. Beim Mobile Commerce relativiert sich der Abstand zwischen Südafrika (18 %) und Deutschland (23 %) ein wenig.

Afrikaner sind „digitale Optimisten“

Generell lässt sich feststellen, dass Afrikaner neuen Technologien gegenüber offen sind und als sogenannte „digitale Optimisten“ gelten. So glauben 80 Prozent der Nigerianer, dass neue Technologien mehr Vorteile, als Risiken bergen. 72 Prozent der Kenianer und 66 Prozent der Südafrikaner denken das auch. In Deutschland würden sich dieser Aussage lediglich 37 % der Befragten anschließen.

Die zunehmende Verbreitung des Internets in Entwicklungs- und Schwellenländern wie den Märkten Afrikas wird perspektivisch das Interneterlebnis für alle Nutzer weltweit verändern, weil Global Player wie Google, Facebook und Alibaba versuchen Produkte für die Masse anzubieten und den Bedürfnissen und Kulturen aller Nutzer Rechnung zu tragen, so die Experten von We Are Social.

Regionale Auswertungen

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(Bildnachweis: Pixabay.com)

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