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Namibia: Wissen und Verhaltenstipps

Namibia im Kulturprofil – die IHK Mittlerer Niederrhein hat ihren Praxisratgeber „Interkulturell kompetent unterwegs in Subsahara-Afrika“ um das südafrikanische Land ergänzt. Wer in Namibia Geschäfte machen oder sich auf einen längeren Aufenthalt vorbereiten möchte, für den bietet das Kulturprofil nützliche Informationen und Praxistipps.

Bis zum 19. Jahrhundert war das heutige Namibia bis auf einen gescheiterten Versuch der Portugiesen (im 14. Jahrhundert) nicht von Europäern erschlossen. Dann allerdings begann die schrittweise Zuwanderung von Händlern und Siedlern aus Deutschland, Schweden und später auch von Buren aus Südafrika. Deutsche Kolonie wurde Namibia im Jahr 1884 unter Reichskanzler Otto von Bismarck, nachdem der Bereich zwischen Oranje- und Kunene-Fluss zum Schutzgebiet „Deutsch-Südwestafrika“ erklärt wurde. Die rauen deutschen Unterdrückungsmethoden gipfelten im deutschen Kolonialkrieg (1904 bis 1908), der inbesondere die Völker der Herero und der Nama systematisch dezimierte. Er ging als erster Genozid des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein und belastet bis heute die bilateralen Beziehungen. Die Überlebenden des Genozids wurden enteignet, segregiert, zur Zwangsarbeit in Lager deportiert und diskriminiert sowie in Eingeborenenreservate verbannt.

Die deutsche Kolonialzeit fand ihr Ende mit Beginn des ersten Weltkrieges. Es folgte die Besetzung Namibias durch Südafrika, das das Land eigentlich auf die Unabhängigkeit vorbereiten sollte, es praktisch aber annektierte. „Südafrikanisierung“, wiederkehrender deutscher Einfluss und die Ausdehnung der Apartheid waren die Folge. Erst durch ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag erklärte sich Südafrika 1972 bereit, nach einer Übergangsfrist, Namibias Unabhängigkeit anzuerkennen. 17 Jahre später führten die ersten demokratischen Wahlen, die unter internationalem Mandat abgehalten wurden, zur Unabhängigkeit Namibias im März 1991. Bis heute verliefen alle Wahlen friedlich.

Auch wenn die Deutschnamibier, die beide Staatsangehörigkeiten haben, heute nur etwa einen Prozent der namibischen Haushalte ausmachen, haben sie nach wie vor wirtschaftlich, sozial und kulturell Einfluss auf das Land. Es gibt deutsche Schulen, deutsche Zeitungen und einen deutschen Radiosender sowie deutsche Feste wie das Schützen- oder das Oktoberfest oder Karneval. Auch sprechen viele weiße und auch ein kleiner Teil der schwarzen Namibier Deutsch als Zweit- oder Drittsprache.

Das „Kulturprofil Namibia“ beschreibt, welchen Einfluss die Südafrikaner und die Deutschen auf das südafrikanische Land hatten. Es zeigt auch, welche Trends und Themen gerade aktuell sind und wie die Namibier noch heute mit den Deutschen verbunden sind. Anhand von Kulturstandards macht das Profil außerdem die im Land geltenden Werte und Gepflogenheiten deutlich. Verhaltenstipps für im Geschäftsleben typische Situationen und ein Interview mit dem deutschen Unternehmer Dr. Gerhard Dust liefern Hinweise, wie der Umgang mit Namibiern gelingen kann.

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Das „Kulturprofil Namibia“ erweitert den Praxisratgeber „Interkulturell kompetent unterwegs in Subsahara Afrika“ der IHK Mittlerer Niederrhein, der im Mai 2015 erschienen ist. Die Publikationen sowie weitere Kulturprofile und Interviews zum Umgang mit ausgesuchten afrikanischen Geschäftskulturen finden Sie hier.

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