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Umfrage: Lokale Wirtschaftspolitik größte Herausforderung für Geschäfte in Afrika

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat deutsche Mitgliedsunternehmen der Auslandshandelskammern (AHKs) in Afrika zu ihren Geschäftserwartungen auf dem Kontinent befragt. Das Ergebnis zeigt, dass Afrika trotz der Herausforderungen ein attraktiver Geschäftspartner ist und die Geschäfte vor Ort auf Expansion ausgerichtet sind.

In die Ergebnisse der Umfrage des DIHK sind 338 Antworten von deutschen Unternehmen in Afrika eingeflossen. Demnach sind die deutschen auf dem afrikanischen Kontinent aktiven Unternehmen zufrieden mit ihren Geschäften vor Ort. 58 Prozent von ihnen rechnen für das kommende Jahr mit besseren, nur 7 Prozent mit schlechteren Geschäftsergebnissen. Im weltweiten Vergleich der Regionen wird Afrika in Bezug auf die Geschäftserwartungen überdurchschnittlich gut beurteilt.

Höhere Investitionen planen 43 Prozent der Unternehmen, nur 14 Prozent rechnen mit einem Rückgang. 37 Prozent wollen an ihren afrikanischen Standorten mehr Arbeitsplätze schaffen, nur elf Prozent Beschäftigung abbauen. Die Investitions- und Beschäftigungsabsichten sind also weiter auf Expansionskurs.

Zunehmender Protektionismus, Handelskonflikte und Zölle bremsen nicht nur die Weltwirtschaft. Auch die konjunkturellen Aussichten für die afrikanischen Märkte werden merklich pessimistischer. Lediglich etwa 30 Prozent der deutschen Unternehmen in Afrika rechnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, 21 Prozent mit einer Verschlechterung. Vor allem die deutschen Unternehmen in Ägypten, Kenia und Tunesien sehen positiv in die Zukunft. Eine überwiegend negative wirtschaftliche Entwicklung wird hingegen im kommenden Jahr in Südafrika erwartet.

Fragt man nach den Herausforderungen, die deutsche Unternehmen in Afrika im kommenden Jahr erwarten, nennt fast jede zweite Firma die wirtschaftspolitischen Rahmenbedigungen (50 %), gefolgt von Unsicherheiten bei der Finanzierung und Zahlungsabwicklung (44 %) sowie Währungsschwankungen (44 %). Auch in Afrika schlägt sich die weltweite konjunkturelle Entwicklung auf die Nachfrage nach Produkten nieder, etwa 40 Prozent der Unternehmen fürchten hier einen Rückgang – ein drastischer Anstieg um 28 Prozent im Vergleich zur Frühjahrsumfrage. Als weitere Risiken werden zudem zu je etwa einem Drittel der Fachkräftemangel (35 %), Handelsbarrieren (30 %) und die Preise für Energie und Rohstoffe (29 %) genannt.

„Afrika ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft mehr als nur der ewige Chancenkontinent“ fasst DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der Sonderauswertung für Afrika zusammen. „Um mehr Unternehmen für ein Engagement in Afrika zu gewinnen, müssen aber die Herausforderungen in den Blick genommen werden“, mahnt Wansleben. „Ein wirksamer Investitionsschutz, Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine praxisnahe Absicherung von Geschäftsrisiken sind wichtige Voraussetzungen für mehr Engagement deutscher Unternehmen in Afrika“, so Wansleben weiter. Weitere Statements des DIHK-Hauptgeschäftsführers zur Umfrage und der Entwicklung des deutschen Engagements in Afrika, lesen Sie hier: „Afrika: Mehr als nur der ewige Chancenkontinent“ (DIHK-Pressemeldung vom 18.11.2019)

Der „AHK World Business Outlook“ ist eine regelmäßige DIHK-Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen (AHKs). Im Herbst 2019 sind die Rückmeldungen von weltweit rund 3.700 deutschen Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften sowie Unternehmen mit engem Deutschlandbezug in die Auswertung der Befragung eingeflossen. In die „Sonderauswertung Afrika“ sind 338 Antworten von deutschen Unternehmen in Afrika eingeflossen.

(Bildnachweis: Pixabay.com)

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