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Afrikas Milliardäre: Zuwächse durch lukrative Beteiligungen und Fusionen

Forbes hat seine Rangliste afrikanischer Milliardäre aktualisiert. 20 Superreiche bringen es auf über 73 Milliarden US-Dollar und erwirtschaften damit gemeinsam knapp fünf Milliarden mehr als im Vorjahr. Ist Aliko Dangote noch der reichste Afrikaner? Wer hat sein Vermögen im letzten Jahr gesteigert, wer Kapital verloren? Das Ranking zeigt neben Namen und Herkunft der reichsten Afrikaner auch womit sie ihr Geld verdienen.

Reichste Afrikaner in Südafrika, Nigeria und Ägypten

73,4 Milliarden US-Dollar (Mrd. USD) haben die superreichen Afrikas im letzten Jahr erwirtschaftet, 4,7 Mrd. USD mehr als im Jahr davor (68,7 Mrd. USD). Steigende Börsenkurse sind hauptsächlich Verantwortlich für diesen Zuwachs. Die Reichsten des Kontinents kommen aus acht Ländern, jeweils fünf aus Südafrika und Ägypten, vier aus Nigeria, zwei aus Marokko und jeweils eine/r aus Algerien, Angola, Tansania und Simbabwe. Wertmäßig liegen die Nigerianer mit einem Gesamtvermögen von 21,9 Mrd. USD vorne, gefolgt von den Südafrikanern mit 20,6 Mrd. USD und den Ägyptern mit 18,5 Mrd. USD.

Schaut man sich die einzelnen Protagonisten an, gibt es keine Veränderung in der Liste der Top-20-Verdiener im Vergleich zum letzten Jahr. Bei den Platzierungen ergeben sich teilweise aber starke Verschiebungen – bis auf eine Konstante …

Dangote unverändert an der Spitze

Unverändert, im neunten Jahr in Folge, ist der Nigerianer Aliko Dangote mit 10,1 Mrd. USD Gesamtvermögen die Nummer eins des Kontinents. Er hat im Vergleich zum Vorjahr aufgrund gesunkener Börsenkurse seines Zement-Imperiums etwa 200 Millionen verloren. Mit 10,1 Mrd. ist sein Vermögen jetzt genauso hoch, wie 2011 bei seinem Debüt in der Riege der superreichen Afrikas. Allerdings ist das auch mehr als die Hälfte weniger als in seinem erfolgreichsten Jahr 2014.

Zuwächse durch lukrative Beteiligungen und Fusionen

Die größten Zuwächse hat der Ägypter Nassef Sawiris erwirtschaftet. Er hat sein Vermögen um 1,7 Mrd. USD gesteigert und ist mit acht Mrd. USD vom vierten auf den zweiten Platz im Ranking aufgestiegen. Er ist damit zum ersten Mal der zweitreichste Mann Afrikas. Alleine 1,5 Mrd. seines Mehrvermögens hat er einem Wertzuwachs seiner Beteiligung am Sportartikelhersteller Adidas (5,7 % Anteil, Wert mehr als 4 Mrd. USD) zu verdanken. Zudem besitzt er Anteile an der Düngemittelfirma OCI N.V. sowie am Fußballverein Aston Villa aus der Premierleague in Großbritannien.

Zu den weiteren Gewinnern gehört der Nigerianer Abdulsamad Rabiu, der 1,5 Mrd. USD und acht Plätze gut macht. Sein Vermögensanstieg auf 3,1 Mrd. ist vor allem auf den Zusammenschluss seiner Zement-Firmen zurückzuführen. Das Konglomerat BUA Cement Plc. besteht aus der Cement Company of Northern Nigeria und der Obu Cement, die beide jeweils etwa 600 Mio. Wert sind. Durch besondere Marktmechanismen der Börse wird die BUA nach der Fusion für knapp das Dreifache des gemeinsamen Wertes der beiden Einzelunternehmen gehandelt.

Auch die drei Ägyptischen Brüder Mansour verzeichnen Vermögenszuwächse und bessere Platzierungen im Ranking. Mit 3,3 Mrd. USD ist Mohamed der reichste der Mansour-Brüder. Er hat mit einer Milliarde letztes Jahr den größten Zugewinn erwirtschaftet (Rang 7; vormals 8), sein Bruder Yasseen (Rang 12; vormals 17) hat ein Plus von 800 Mio. (auf 2,3 Mrd. USD) und Youssef (Rang 14; vormals 18) ein Plus von 700 Mio. USD (auf 1,9 Mrd. USD) gemacht.

Inflation und eingefrorene Konten sorgen für Verluste

Den größten prozentualen Verlust hat Strive Masiyiwa, der einzige Milliardär Simbabwes, zu verkraften. Mit seinen 1,1 Mrd. USD fällt er 11 Plätze runter auf Rang 19. Er verlor im letzten Jahr 1,2 Mrd. USD und damit mehr als die Hälfte seines Vermögens, das er vor allem in der Telekommunikationsbrache gemacht hat. Auf die Entscheidung der Regierung Simbabwes Devisen zu verbieten und die Ausgabe der neuen lokalen Währung zu beschränken folgte die Inflation, die sein Vermögen in Dollar-Werten schwinden lies.

Mit 1,5 Mrd. USD verzeichnet der Nigerianer Mike Adenuga wertmäßig den größten Verlust. Mit einem verbleibenden Vermögen von 7,7 Mrd. USD ist er trotz des Falls um einen Rang im Vergleich zum Vorjahr immer noch der drittreichste Mann Afrikas.

Für das laufende Jahr bleibt abzuwarten, ob eine der beiden einzigen Frauen im Ranking, die Angolanerin Isabel dos Santos, Tochter des ehemaligen Präsidenten, sich in der Riege der Superreichen halten kann. Sie verlor im Vergleich zum vergangenen Jahr etwa 100 Mio. und büßt mit ihrem aktuellen Kapital von 2,2 Mrd. USD fünf Rangplätze ein. Ihr Vermögen und das ihres Mannes wurde im Dezember von einem angolanischen Gericht eingefroren, darunter auch ihre Beteiligungen an einer Telekommunikationsfirma und einer angolanischen Bank, zusammen geschätzte Hunderte Millionen Dollar wert. Dos Santos geht zwar gegen das Urteil vor, je nach Ausgang des Prozesses ist es aber möglich, dass sie im kommenden Jahr nicht mehr zu Forbes vermögendsten Afrikanern zählen wird.

Ranking: Die 20 reichsten Afrikaner

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(Bildnachweis: www.pixabay.com)

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