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Report: Liberalisierung der Informationstechnologien zeigt erste Erfolge

Der Global Information Technology Report (GITR) 2015 des Weltwirtschaftsforums analysiert die Netzwerkfähigkeit von 143 Volkswirtschaften. Demnach werden wirtschaftliche und soziale Vorteile des Internets nur einem Bruchteil der Weltbevölkerung zu Teil. Unter den 31 untersuchten Staaten Subsahara-Afrikas schneidet Mauritius am besten ab. Eine vergleichsweise gute Platzierung in dieser Gruppe erzielt auch Südafrika.

Der jährlich erscheinende GITR-Bericht untersucht in seiner 15. Auflage mittels des Networked Readiness Index (NRI), wie die betrachteten Wirtschaften die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihren Wohlstand zu steigern. Untersucht werden dabei u.a. die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Infrastruktur, die Erschwinglichkeit sowie das private und geschäftliche Nutzerverhalten und die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Technologien.

Die aus den Ergebnissen abgeleitete Rangliste führt Singapur an, gefolgt von Finnland, Schweden, den Niederlanden und Norwegen. Die TOP-10 werden komplettiert durch die Schweiz, die USA, Großbritannien, Luxemburg, und Japan. Deutschland rangiert auf Platz 13.

Das am besten platzierte Land aus Subsahara-Afrika ist Mauritius auf Rang 45. Die Seychellen folgen auf Platz 74, Südafrika (75), Ruanda (83), Kenia (86) und Kap Verde befinden sich ebenfalls unter den 100 netzwerkfähigsten Ländern. Das Gros der Länder Subsahara-Afrikas, nämlich 25 Staaten, findet sich allerdings im letzten Drittel des Rankings auf den Plätzen 101 bis 143 wieder.

Im Regionenvergleich hinkt Subsahara-Afrika in fast allen Teilbereichen des Networked Readiness Index hinterher – mit Ausnahme bei den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen. In diesem Bereich verzeichnen die Märkte Burkina Faso, Kap Verde, Kenia, Lesotho, Madagaskar, Mauritius, Nigieria, Tansania und Uganda deutliche Verbesserungen aufgrund der vollständigen Liberalisierung ihrer IKT-Märkte. In Kenia und Tansania sind die politischen Verbesserungen bereits in Form von vermehrten Investitionen sowie neuen Geschäftsmodellen und Dienstleistungen spürbar. Die kenianische Mobile-Banking Plattform M-PESA mit 17 Millionen aktiven Nutzern in Afrika (Stand: März 2013) ist nur ein Beispiel dafür. Besonders Bemerkenswert ist laut Bericht der Fortschritt des Inselstaates Mauritius – hier hat sich die Netzwerkfähigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 5-Indexpunkte verbessert.

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Laut dem Global Information Technology Report gelingt es dem Gros der Entwicklungs- und Schwellenländer nicht, das volle Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu nutzen und damit soziale und wirtschaftliche Fortschritte zu erzielen sowie den Rückstand gegenüber weiter entwickelten Ländern zu verkürzen. Die Kluft zwischen den Gewinnern und Verlierern des Rankings vergrößert sich demnach zunehmend. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung besitzt laut Bericht ein Mobiltelefon, dennoch haben nur 39 Prozent Zugang zum Internet. So fehlt es wirtschaftlich schwachen Märkten neben den notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen auch an Institutionen und Fähigkeiten, um den vollen Nutzen aus den vorhandenen Technologien zu ziehen.

Weitere Informationen

(Bildnachweis: „Hand Holding a Mobile Phone“ von Erik (HASH) Hersman – www.flickr.com)

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