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Chancen für Anlagenbauer in Afrika: Neue Player bei Bergbau und Erdöl im Westen und Osten

Die langsam, aber stetig wachsende Industrialisierung der Länder Subsahara-Afrikas machen diese Region mangels Eigenproduktion von Maschinen und Ausrüstungen auch weiterhin zu einem wichtigen Absatzmarkt für ausländische Hersteller. Welche Branchen und Länder bieten derzeit die besten Aussichten, welche Finanzierungswege und Kooperationsformen existieren? Im Fokus des zweiten Artikels einer insgesamt zehn Beiträge umfassenden Serie steht erneut der Bergbausektor (inklusive Erdöl- und Gassektor), diesmal jedoch mit Blick auf die zahlreichen alten und neuen Player im Westen und Osten Afrikas.

Im Fokus dieses Teils der Serie:

West- und Zentralafrika: Ghana als Regionalzentrum für Bergbautechnik

In dem für Afrika als mineralstoffreichem Kontinent wichtigen Industriesektor Bergbau sind die Absatzmärkte für Anbieter von Ausrüstungen und Zulieferungen besonders zahlreich in West- und Zentralafrika. In den meisten Ländern der Region bildet der Bergbau einen Katalysator für die wirtschaftliche Entwicklung und einen wesentlichen Sektor für die Anziehung von ausländischem Investitionskapital. Im Bereich Bergbautechnik hat sich speziell Ghana in jüngerer Zeit einen Ruf als regionales Vertriebszentrum / Hub erworben. Vor allem der Goldbergbau ist seit vielen Jahren eine wichtige Stütze der ghanaischen Volkswirtschaft und hat zahlreiche internationale Ausrüstungsfirmen in das Land gezogen, darunter: Caterpillar und Boart Longyear aus USA, Liebherr-Mining Equipment Colmar SAS aus Frankreich, Sandvik und Atlas Copco aus Schweden sowie Metso aus Finnland (Zulieferfirmen in Accra siehe unter: www.mining1.com). Von Ghana aus werden auch die in den letzten Jahren entstandenen Minen in den umliegenden frankophonen Ländern (Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Guinea, Mali) beliefert. Accra ist Veranstaltungsort der führenden Regionalveranstaltung für die Bergbauindustrie (Näheres unter: www.mininginvestmentafrica.com). Ghana gehört ferner zu den Ländern, wo die Chinesen in den vergangenen Jahren in umfangreiche Extraktionsprojekte investiert haben (siehe dazu: https://im-mining.com).

Ghana selbst zählt zu den relativ teuren Bergbaustandorten, so dass sich neue Projekte im Goldbergbau nur bei einem ausreichend hohen Goldpreis lohnen. Ghanas führender Bergbaukonzern AngloGold Ashanti hat die Absicht bekanntgegeben, 500 Mio. US-Dollar in die Wiedereröffnung seiner Obuasi Goldmine zu investieren. Konkrete Investitionspläne gibt es ferner in der noch relativ jungen ghanaischen Ölwirtschaft: Der britisch-irische Konzern Tullow Oil plant Ausgaben von 250 Mio. US-Dollar für die Erweiterung seiner Bohraktivitäten noch in diesem Jahr und hat weitere Ausgabenpläne für die nähere Zukunft in Aussicht gestellt. Der zweite große Player im ghanaischen Öl- und Gassektor ist der italienische ENI-Konzern, der 6 Mrd. US-Dollar für die Entwicklung des Offshore-Gasprojekts Cape Three Points (OCTP) veranschlagt und im Mai 2019 neue Gasvorkommen im Akoma-Explorationsfeld bekannt gegeben hat. Ebenso war die norwegische Aker Energy bei der Erdölexploration erfolgreich und hat dem ghanaischen Energieminister einen Entwicklungsplan für ein Offshore-Tiefseevorhaben im Block Tano / Cape Three Points (DWT/CTP) eingereicht.

Im benachbarten Nigeria, dem größten Erdölförderland Afrikas, belebt sich nach mehrjähriger Wirtschaftsflaute wegen des Ölpreisverfalls in diesem Jahr die Investitionstätigkeit wieder. Für neue Projekte im Öl- und Gassektor veranschlagt die nationale Ölgesellschaft, Nigerian National Petroleum Corp. (NNPC), bis zum Jahr 2025 rund 48 Mrd. US-Dollar. Dies sind etwa ein Viertel der für ganz Afrika in diesem Sektor anstehenden Investitionen in diesem Zeitraum. Die nigerianische Shell-Niederlassung Shell Petroleum Development Company of Nigeria Ltd. (SPDC) hat die sogenannte Final Investment Decision (FID) zu dem Assa North Gas Development Project im Bundesstaat Imo getroffen, ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Gasentwicklungspolitik der Regierung. Die französische Total hat eine FID für das Offshore-Ölförderprojekt Ikike zum Beginn der kommerziellen Förderung bis 2021 gefällt. Die US-amerikanische ExxonMobil hat gemeinsam mit der Qua Iboe Power Plant Ltd. (QIPP) Investitionspläne im Umfang von 1,6 Mrd. US-Dollar für die Entwicklung von Gas- und Stromerzeugungsvorhaben im Bundesstaat Akwa Ibom bekannt gegeben. Eine Liste der in Nigeria operierenden Öl- und Gasfirmen findet sich unter: www.legit.ng. Die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen zum nigerianischen Öl- und Gassektor erfordert eine spezielle Expertise und professionelle Beratung (angeboten etwa unter: www.muscl.co.uk). In Nigeria sind alle international tätigen Erdöl-Zulieferfirmen vertreten, was den Wettbewerb in diesem Markt entsprechend hoch hält. Eine Liste der in Nigeria tätigen Zulieferfirmen für den Öl- und Gassektor findet sich unter: www.6000profiles.com. Ausführliche Informationen über mehr als 100 Serviceunternehmen in diesem Sektor lassen sich aufrufen unter: www.wikipedia.org.

Neue Player im Öl- und Gassektor: Senegal und Côte d‘Ivoire

Als neuer Player in der Ölindustrie Westafrikas zeichnet sich das wirtschaftlich stabile und derzeit florierende Senegal ab. Dort wird ab dem Jahr 2021 mit der Aufnahme der kommerziellen Erdölförderung in großem Stil gerechnet. Zu den dort tätigen Konzessionären zählen vor allem die französische Total, British Petroleum (BP) in einer Kooperation mit der US-amerikanischen Kosmos Energy, ferner die schottische Cairn Energy und seit 2017 als neuer Konzessionär die China National Offshore Oil Corp. (CNOOC). Zu den wichtigen Wettbewerbern im Servicesektor für die Ölindustrie Senegals gehören vor allem die australische Woodside Energy sowie die aus der Region (Mauritanien) stammende, erst 2011 gegründete SEPCO. Woodside ist Konzessionär des ersten Tiefsee-Ölfördergebiets südlich von Dakar und soll im Laufe von 2019 die endgültige Entscheidung (FID) zu der Investition treffen. Der Kontrakt zum technischen Betrieb der Bohrplattform wurde bereits im Februar 2019 an die US-amerikanische MODEC International Inc. vergeben. Ein umfassender Überblick über Senegals Energiesektor findet sich unter: www.rvo.nl. Ferner haben sich auch bei Bergbautechnik in dem relativ neuen Bergbauland Senegal in letzter Zeit die Zulieferchancen verbessert. Mehrere internationale Explorationsgesellschaften sind im senegalesischen Goldbergbau aktiv, darunter die kanadische Teranga Gold Corp., die regionale westafrikanische Toro Gold und die südafrikanische Randgold Resources. Traditionelle Abbauprodukte Senegals sind vor allem Phosphate und Industriekalk, neu werden seit einigen Jahren Titan und Zirkon abgebaut. Einige Zulieferfirmen für die Bergbauindustrie sind auch aus Deutschland vor Ort mit einem Büro oder über einen Agenten vertreten (Bauer Resources, Liebherr). Generell wird der senegalesische Markt für Bergbauausrüstungen häufig von Accra/Ghana oder auch von Südafrika aus bedient.

Auch Côte d’Ivoire, als weltgrößter Kakaoproduzent die führende Volkswirtschaft des frankophonen Westafrika, ist im Rahmen seiner Bemühungen zur Diversifizierung seiner Wirtschaft neu in den Kreis der Öl- und Goldländer eingetreten. Die Vorbereitungen für die kommerzielle Aufnahme der Erdölförderung sind im Gange, mit Beteiligung unter anderem der internationalen Konzerne Tullow Oil, Total, ExxonMobil und Anadarko aus Texas. Etwa für die Jahresmitte 2019 wurde vom ivorischen Energieministerium die endgültige Konzessionierung von sechs Ölförderblöcken in Aussicht gestellt. Entsprechende Verhandlungen laufen mit französischen und italienischen Gesellschaften. Vor der Atlantikküste des Landes befinden sich ebenfalls größere Erdgasvorkommen, die in Zukunft für den steigenden Bedarf der nationalen Thermalkraftwerke genutzt werden sollen. Im Bergbausektor der Côte d’Ivoire ist in den letzten zehn Jahren vor allem der Goldbergbau zu einem wichtigen Wirtschaftszweig ausgebaut worden. Zu den in dem Sektor engagierten Firmen gehören Randgold aus Südafrika, die regionale Bergbaufirma Endeavour Mining und Perseus Mining aus Australien. Weitere noch nicht erschlossene Vorkommen umfassen Kupfer, Eisenerz, Manganerz, Bauxit und Diamanten.

Die ivorische Regierung hat 2014 ein neues, investorfreundliches Bergbaugesetz erlassen mit verbesserten Incentives wie Steuererleichterungen, verlängerter Konzessionsdauer und größerer Transparenz zur Verhinderung von Korruptionsversuchen. Das internationale Institut BMI Research (Business Monitor International) aus der Fitch-Unternehmensgruppe hat der ivorischen Bergbauindustrie für die kommenden Jahres ein Rekordwachstum von durchschnittlich 15 bis 16 Prozent vorausgesagt. Der hieraus folgende wachsende Bedarf an Ausrüstungsgütern, die mangels Eigenproduktion sämtlich importiert werden müssen, kann auch für deutsche Anbieter Chancen bringen. Eine stärkere Präsenz vor Ort könnte sich durchaus lohnen, da von Côte d’Ivoire aus auch die umliegenden frankophonen Länder gut bedient werden können.

Ein potenziell interessanter Markt für Zulieferer von Ausrüstungen für die Erdölindustrie im Westen Afrikas ist langfristig auch Kamerun, allerdings mussten wegen der hohen Kosten einige Projekte in Zeiten von niedrigem Ölpreis auf Eis gelegt werden. In der Planung befinden sich unter anderem eine Ölpipeline sowie eine zweite Ölraffinerie im Hafen Kribi. Ferner besitzt das Land noch unerschlossene riesige Mineralvorkommen, vor allem Eisenerz, Mangan, Bauxit, Kobalt und Nickel. Zu den im Land engagierten ausländischen Unternehmen gehören unter anderem die Sundance Resources aus Australien, die zusammen mit dem australisch-chinesischen Joint Venture AustSino Resources Group die Eisenerzvorkommen von Mbalam ausbeuten wollen. Die Konzession für die beträchtlichen Nickel-, Kobalt- und Manganvorkommen in dem östlichen Distrikt Lomie, die als die größten derartigen Lagerstätten außerhalb der Dem. Rep. Kongo gelten, sollen voraussichtlich – nach einem erfolglosen Engagement der US-Firma Geovic Mining – von der kamerunischen Regierung neu ausgeschrieben werden.

Im Fokus für Bergbauausrüstungen: Gold, Bauxit, Mangan

Von dem internationalen Institut BMI Research wird unter anderem dem Goldbergbau in Mali, das in dem Sektor zu den führenden Produzentenländern Afrikas zählt, für die nächsten Jahre ein zweistelliges durchschnittliches Wachstum von rund 10 Prozent prognostiziert. Das Land verfügt noch über viele unerschlossene Kimberlit-Vorkommen. Weitere großenteils noch unerschlossene Vorkommen umfassen Phosphat, Bauxit, Eisenerz und Manganerz. Außerdem werden verschiedene Halbedelsteine gefördert (unter anderem Amethyst, Epidot, Granat, Prehnit und Quartz) sowie auch in kleinerem Umfang Diamanten. Wichtigste ausländische Bergbaufirma in Mali ist die südafrikanische Randgold Resources.

In Guinea ist vor allem der Bauxitbergbau von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Guinea besitzt allein nach Schätzungen mindestens etwa 30 Prozent der Welt-Bauxitvorkommen und hat auch nach Einschätzung von Branchenexperten den stärksten Investitionszufluss in diesen Sektor weltweit. So waren nach Erfassung der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) die gesamten Zuflüsse an FDI (Foreign Direct Investment) vor allem in den Jahren 2016 und 2017 enorm hoch, mit 1,5 Mrd. bzw. 0,6 Mrd. US-Dollar. Davon fließt der überwiegende Teil in die zahlreichen Projekte zum Ausbau der Bauxitförderung geflossen sein. Die einheimische Gesellschaft Société de Boké hat vor kurzem Abkommen mit der Regierung von Guinea über Investitionen in der Größenordnung von 3 Mrd. US-Dollar unterzeichnet, die in die Erschließung neuer Bauxitminen und zugehöriger Projekte wie den Bau einer Eisenbahn sowie einer Aluminiumverarbeitung fließen sollen. Ferner hat der chinesische Konzern Chalco (Aluminium Corporation of China Ltd.) die Entwicklung seiner Boffa-Bauxitmine in Guinea mit Investitionen von 500 Mio. US-Dollar angekündigt. Weitere signifikante mineralische Ressourcen umfassen qualitativ hochwertiges Eisenerz, Diamanten und Gold sowie größere Uranvorkommen. Die Bergbaugesellschaften sind überwiegend Joint Ventures zwischen internationalen Konzernen (unter anderem Dadco Mining, Rio Tinto, Global Alumina, Alcoa-Alcan) und der Regierung oder der nationalen Compagnie des Bauxites de Guinea (CBG). Als Subkontraktoren für die Bergbaugesellschaften sind unter anderem der US-Konzern Fluor Corp., aus Südafrika die WBHO (Wilson Bayly Holmes-Ovcon) und Stefanutti Stocks sowie der arabische Konzern Colas tätig. Guinea gehört ebenfalls – wie Ghana und unter anderem auch Gabun – zu den Ländern, wo die Chinesen in den vergangenen Jahren in umfangreiche Extraktionsprojekte investiert haben (siehe dazu: www.im-mining.com).

Das benachbarte Gabun ist nach Südafrika der zweitgrößte Manganproduzent der Welt. Daneben befindet sich ein neues Bergbauvorhaben zur Förderung und Verarbeitung von verschiedenen Metallen (Niobium, seltene Erden, Titan, Tantal, Uran) im Wert von rund 3,5 Mrd. Euro in der Planung. Mehrheitseigentümer ist die nationale Bergbaugesellschaft Comilog (Compagnie minière de l’Ogooiue), die noch auf der Suche nach finanzkräftigen Partnern ist. Gabun gehört zu den vielen afrikanischen Ländern mit einer beachtlichen chinesischen Präsenz (etwa 30 Unternehmen) und einem wachsenden Warenaustausch mit der VR China. Allerdings wurde eine Bergbaukonzession für die umfangreichen Eisenerzvorkommen des Landes wieder von den Chinesen zurückgekauft, nachdem sich jahrelang nichts an dem Projekt getan hatte.

Als „Gigant“ unter den Bergbauländern Afrikas gilt die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika, eine wachstumsstarke, jedoch aus wirtschaftlichen und politischen Gründen instabile Volkswirtschaft. Der Bergbau war in den vergangenen Jahren vor allem durch den Preisverfall bei Kupfer und Gold beeinträchtigt worden, doch gegenwärtig sind die Zukunftsaussichten wieder eher positiv. Generell sind die Produktionskosten im kongolesischen Bergbau vergleichsweise günstig und machen die Ausbeute etwa bei Kupfer wegen der hohen Konzentration (mit 3 bis 7 Prozent um ein Vielfaches höher als in anderen Kupferländern) zu den gewinnträchtigsten der Welt. Jedoch haben mehrere internationale Bergbaugesellschaften ihre Investitionsentscheidungen vorläufig auf Eis gelegt wegen des neuen revidierten Bergbaugesetzes der Regierung, in dem wichtige Schutzklauseln für Auslandsinvestitionen aufgehoben wurden (siehe dazu auch: www.ft.com). In der Dem. Rep. Kongo sind unter anderem die australische Glencore, die größte internationale Rohstoffhandelsgruppe, und die südafrikanische Randgold Resources/Barrick Gold engagiert. Glencore hatte vor Erlass des neuen Gesetzes noch geplante Investitionen im Umfang von rund 900 Mio. US-Dollar in die Modernisierung ihrer Kamoto-Mine angekündigt. Ferner zählt auch die Demokratische Republik Kongo zu dem Kreis der Länder, wo die Chinesen in den vergangenen Jahren in umfangreiche Extraktionsprojekte investiert haben (siehe dazu: www.im-mining.com). Die in Kongo engagierte Glencore gehört zu den internationalen Bergbaukonzernen, die den meisten chinesischen Herstellern von Bergbauausrüstungen den Status eines zertifizierten Lieferanten (certified supplier) gewährt.

Ostafrika: Äthiopien und Uganda als aufstrebende Öl-/Gasproduzenten

In Äthiopien, das zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften des Kontinents gehört, werden große Hoffnungen vor allem in die Ausbeute der Erdgasvorkommen gesetzt, die bei zukünftig voller Kapazität dem Land jährlich bis zu 7 Mrd. US-Dollar einbringen sollen. Die erforderlichen Investitionen bis dahin werden in ersten Kostenschätzungen mit bis zu 4,3 Mrd. US-Dollar beziffert. In dem Sektor ist unter anderem die chinesische Poly-GCL Petroleum Group engagiert, ein Joint Venture zwischen China (China Poly) und Hongkong (Golden Concord Group) mit insgesamt fünf Lizenzen (Production Sharing Agreements) im Ogaden. Weitere Auslandsunternehmen in dem Bereich sind die Africa Oil Corp. aus Kanada und die russische GBP Global Resources aus der Gazprombank-Gruppe. Besonders stark sind ferner die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Äthiopien engagiert zuletzt mit neuen Kapitalzusagen in der Größenordnung von 3 Mrd. US-Dollar für Investitionen und Entwicklungshilfe.

Neu in die Riege der Ölproduzentenländer Afrikas aufgestiegen ist Uganda, wo die kommerzielle Förderung voraussichtlich 2022 beginnen wird. Das Energieministerium hat für das Jahr 2019 Investitionen in der Größenordnung von einer Mrd. US-Dollar angekündigt. Insgesamt rechnet die Regierung über die nächsten drei Jahre mit Investitionen der im Land engagierten Ölgesellschaften in diesem Sektor bis zu 20 Mrd. US-Dollar. Es handelt sich um ein Joint Venture zwischen drei Partnern, der ugandischen Niederlassung der China National Offshore Oil Company, CNOOC Uganda Ltd., Total E&P Uganda und Tullow Uganda Operations Pty Ltd. An allen bisher an das Joint Venture vergebenen neun Erdölkonzessionen ist der ugandische Staat mit 15 Prozent über die staatliche Uganda National Oil Company (UNOC) beteiligt. Die Regierung fand 2018 einen Investor für den Bau einer Erdölraffinerie für vier Mrd. US-Dollar, ein Konsortium unter Führung von General Electric (GE) aus USA. An dem Albertine Graben Refinery Consortium sind ferner zwei Firmen aus Mauritius (YAATRA Africa und Lionworks Group Ltd.) und aus Italien die GE-Tochter Nuovo Pignone International SRL sowie der Konzern SAIPEM SPA beteiligt. Zur Jahresmitte 2019 hat Ugandas Energieministerium in einer zweiten Konzessionsrunde fünf neue Lizenzen für die Erdölförderung im Albertine Graben ausgeschrieben.

Zu einem afrikanischen Boomland für die Bergbauindustrie hat sich Tansania in den vergangenen rund 20 Jahren entwickelt. Inzwischen ist das Land der drittgrößte Goldproduzent des Kontinents, nach Südafrika und Ghana. Deren größte Bergbaukonzerne sind in Tansania engagiert, vor allem Resolute Ltd., Ashanti Goldfields, AngloGold, Barrick Gold Corp. und Placer Dome Inc. Eine Zusammenstellung aller in Tansania abgebauten Mineralien findet sich unter: www.tanzaniainvest.com. Tansania war bisher für eine besonders protektionistische Bergbaupolitik bekannt, die auch nicht mit den Bestimmungen und Praktiken im Rahmen der Osstafrikanischen Gemeinschaft (EAC, mit Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi) zu vereinbaren war. Die gesetzlichen Bestimmungen wurden erst kürzlich revidiert und für ausländische Investoren erleichtert (unter anderem Senkung des vorgeschriebenen Inlandsanteils / local content von 51 auf 20 Prozent). Ein Überblick über die 2019 in Kraft getretenen wichtigen gesetzlichen Änderungen ist zu finden unter: www.tanzaniainvest.com (Changes Mining Regulation) sowie unter: www.tanzaniainvest.com (Mining Regulations relaxed). Tansania gilt jedoch weiterhin als das Bergbauland weltweit mit der höchsten Besteuerung in diesem Sektor (durchschnittlich 74 Prozent nach Untersuchung des unabhängigen Instituts NRGI / Natural Resources Governance Institute). Die zuletzt neu vergebene Konzession ging Ende 2018 an die australische Volt Resources für das Bunyu Graphite Project in der südöstlichen Region Mtwara, wo die größten nationalen Lagerstätten in dem Sektor liegen.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: Chancen für Anlagenbauer in Afrika

(Bildnachweis: www.www.brandsouthafrica.com, Media Library, „Workers in Sasol Plant“)

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