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Lesenswert 09/19

Die Vorbereitung eines Auslandsengagements bedarf einer soliden Entscheidungsgrundlage. Die Blog-Serie „Lesenswert“ möchte mit Fundstücken zur Entscheidung beitragen. Unter anderem im Finder-Fokus der Ausgabe 09/19: ein Podcast über die äthiopische Bekleidungsindustrie, ein Interview eines deutschen Getränkeabfüllanlagenherstellers in Nigeria und eine Studie über erneuerbare Energien in Kenia.

Die u.a. vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufene Plattform „Africa Business Guide“ veröffentlicht auf seinen Länderinformationsseiten Erfahrungsberichte deutscher Unternehmen. Unter dem Titel „Nigerias Getränkemarkt im Blick: Krones AG entscheidet sich für Lagos“ (Januar 2019) berichtet der deutsche Lieferant von Abfüllanlagen, Krones, wie er den als eher schwierig geltenden nigerianischen Markt für sich entdeckt hat. 

Der Radiosender 1Live hat unter dem Titel „Fast Fashion – Nächster Halt Äthiopien“ (08.07.2019) einen Podcast zur Textilindustrie in Äthiopien erstellt. Demnach lockt das ostafrikanische Land Investoren mit Billiglöhnen, die selbst Bangladesch unterbieten. Gleichzeitig werben immer mehr Unternehmen mit nachhaltigen, ökologischen und fairen Produkten. 1Live versucht vor Ort herausfinden, wie das zusammenpasst. In den Textil-Fabriken in Äthiopien arbeiten Menschen häufig für knapp einen Euro am Tag. Wie ihr Leben mit diesem Gehalt aussieht, für wen sie arbeiten und was die Vision der äthiopischen Regierung ist, verrät dieser Podcast.

Das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) ist Verfasser der Publikationsreihe „GIGA Focus Afrika“, die Analysen zu wirtschaftlichen, politischen und sozialen Themen bietet. Die aktuelle Ausgabe befasst sich unter dem Titel „Good Governance in Afrika – drei falsche Vorstellungen“ (Juli 2019) mit den Schwierigkeiten, die viele afrikanische Regierungen – trotz guter Demokratisierungsfortschritte – haben, die Korruption zu reduzieren und die Legitimität des Staatswesens zu erhöhen. Um eine bessere Regierungsführung zu fördern, unterstützt die internationale Entwicklungszusammenarbeit Reformpläne. Diese sind jedoch meist schlecht an politischen Machtverhältnisse in schwachen und fragilen Staaten angepasst, so das GIGA.

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kenia (Auslandshandelskammer, AHK) ist Herausgeberin der “Zielmarktanalyse Kenia: Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien in der Industrie” (2019). Die Publikation bietet neben einem allgemeinen Länderprofil insbesondere eine Untersuchung der Struktur sowie der Chancen und Herausforderungen dieses Marktes in dem ostafrikanischen Land. Sie vermittelt zudem Markteinstiegsempfehlungen und Profile von Marktakteuren, Anlaufstellen und potenziellen Kunden.

Die Deutsche Welle (DW) berichtet in dem Artikel „Mobile Gender Gap: Millionen Afrikanerinnen sind immer noch offline“ (31.07.2019) , über die ungerechte Verteilung des Zugangs zu Smartphones und mobilem Internet. Während sieben von zehn afrikanischen Männern mit ihren Handys bereits online sind, können etwa 200 Millionen Afrikanerinnen nur davon träumen, so die DW. Die fehlende Gleichberechtigung habe politische und wirtschaftliche Folgen etwa bei der Jobsuche oder der Mitwirkung an demokratischen Wahlen. Als Ursachen gelten u.a. Analphabetismus, fehlende Internetkenntnisse und die mangelnde Erschwinglichkeit mobiler Daten.

(Bildnachweise: www.africa-business-guide.de, www1.wdr.de, www.giga-hamburg.de, www.german-energy-solutions.de, www.dw.com)

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