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Lesenswert 12/18

Die Vorbereitung eines Auslandsengagements bedarf einer soliden Entscheidungsgrundlage. Die Blog-Serie „Lesenswert“ möchte mit Fundstücken zur Entscheidung beitragen. Unter anderem im Finder-Fokus der Ausgabe 12/18: eine Studie über deutsche Unternehmen im portugiesisch-sprechenden Afrika, eine Studie über deutsches und chinesisches Engagement in Afrika und ein Bericht über die Konkretisierung des Entwicklungsinvestitionsfonds für Afrika.  

  • Die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK) und die Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer (AHK) sind Herausgeber der Studie „Handelsverflechtungen und Entscheidungsstrukturen deutscher Unternehmen im lusophonen Afrika“ (Oktober 2018). Die Publikation gibt einen Überblick über die Wirtschaftsstrukturen Angolas und Mosambiks sowie über die Handelserleichterungen zwischen den beiden Märkten und der Region. Daneben analysiert sie die Liefer- und Leitungsverflechtungen deutscher Unternehmen. Eine Umfrage unter den Vertretungen deutscher Unternehmen zu u.a. ihren Entscheidungskriterien für den Markteintritt rundet die Publikation ab. Die Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen meistens durch einen lokalen Partner vor Ort vertreten sind. Direktinvestitionen sind eher selten. Anforderungsgemäße Förderinstrumente müssen entwickelt und die „psychische Distanz“ zum afrikanischen und lusophonen Markt reduziert werden, so die Autoren des Berichts.
  • Die Außenwirtschaftsgesellschaft des Bundes Germany Trade and Invest (GTaI) und der Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft e.V. sind Herausgeber der kostenlosen Publikation „China in Afrika – Perspektiven, Strategien und Kooperationspotenziale für deutsche Unternehmen“ (Oktober 2018). Die Publikation analysiert und vergleicht das Engagement und die Strategien deutscher und chinesischer Unternehmen für den afrikanischen Kontinent. Daneben wertet sie die Erfahrungen deutscher Unternehmen mit Afrikabeziehungen in Afrika (227), China (169) und Deutschland (15) zur Zusammenarbeit mit Chinesen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Mit regionalen Analysen, die das chinesische Engagement in afrikanischen Schwerpunktmärkten beleuchten, und Interviews schließt die Publikation.
  • Der “Regional Economic Outlook Sub-Saharan Africa – Capital Flows and The Future of Work“ (Oktober 2018) wird halbjährlich vom Internationalen Währungsfonds herausgegeben. Der Bericht bietet einen Einblick in die wirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen des Subkontinents. Die aktuelle Ausgabe beleuchtet die sich weiter positiv entwickelnden wirtschaftlichen Bedingungen in der Region. Allerdings wird das sich mittelfristig bei vier Prozent einpendelnde Wachstum zu gering sein, um das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die wachsende Anzahl von Berufseinsteigern aufzufangen. Für ein stabiles Wachstum bedarf es u.a. einer widerstandsfähigen Währungspolitik, mehr finanziellen Spielraums sowie der Mobilisierung inländischer Einnahmen, so der Bericht.
  • Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) meldet unter dem Titel „Minister Müller konkretisiert Milliarden-Fonds für Entwicklung“ (31.10.18), dass Entwicklungsminister Müller im Rahmen der  G20-Investorenkonferenz weitere Details zum von Bundeskanzlerin Merkel auf der Afrika-Konferenz angekündigten, mit bis zu einer Milliarde Euro dotierten, Entwicklungsinvestitionsfonds preis gab. Dieser soll Finanzierungsinstrumente für kleine und mittlere deutsche Unternehmen für Projekte in Afrika, aber auch für afrikanische Mittelständler und Start-ups enthalten – auch in lokaler Währung, um Währungsschwankungen vorzubeugen. Die Ansprechstrukturen vor Ort, wie etwa das Netz der Auslandshandelskammern, soll ausgebaut und die Absicherung gegen Verluste im Exportgeschäft mit Hermes-Bürgschaften ausgeweitet werden, so Müller.
  • Die Deutsche Energie-Agentur (dena) berichtet in dem Artikel „Erste Solaranlagen mit Blockchain in Simbabwe“ (22.10.18) über zwei neu installierte Solaranlagen in Simbabwe, die ein Thüringer Unternehmen mit Unterstützung des Renewable-Energy-Solutions-Programms (RES) der dena errichtet hat. Interessant daran ist, dass die zum Teil durch Spenden finanzierten Anlagen, ebenso wie die spätere finanzielle Abwicklung der Zahlungen des Stroms über das kryptografisches Verfahren Blockchain abgewickelt werden.

(Bildnachweise: www.suedafrika.ahk.de, www.gtai.de, www.imf.org, www.bmz.de, www.dena.de)

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